Willkommen auf Grächen-Freizeit.de

Grächen 2010  

Nach gemütlicher Fahrt am 7.August rollte um ca. 14 Uhr der Bus die Serpentinen in das Bergdorf Grächen hinauf. Da Grächen nahezu autofrei ist, musste die Gruppe das letzte Stück zu Fuß zu mir laufen.

Viele Teilnehmer kannte ich bereits und wie ich hörte wurde ich bereits Sinnbild ihrer Ferien:

Ach so, bevor ich es vergesse. Ich bin das Chalet „zum See“ , 97 Jahre alt und nahezu aus echtem Holz. Und ich durfte die 46 netten Menschen aus Ludwigsburg die nächsten zwei Wochen beherbergen.

Da gab es viel zu erleben und zu hören, viele kleine Feen, Zwerge, Gefährten, Hobbits und Wissenswertes über Brokkoli und Sonnenbrand.

Die Koffer standen noch nicht mal in den Zimmern, da wollten die Kinder bereits die erste Erfrischung im Grächnersee wagen, was sie dann auch durften.

Die Gruppe lebte sich schnell bei mir ein und das Wetter begann so schön, wie man es sich auf einer Freizeit nur wünschen kann.

Die Wanderung zum Riedgletscher erstaunte die Gruppe wie jedes Jahr aufs Neue, denn hier wird nicht nur den Kindern bewusst, wie wichtig es ist, die Schöpfung zu bewahren.

Vor 13 Jahren konnte man noch direkt in ein Gletschertor. Bis vor 2 Jahren noch direkt das Eis berühren. Auch in diesem Jahr hat er deutlich an Substanz verloren. Nur noch von weitem und im sicheren Abstand konnte die Gruppe ihn bestaunen – Schade. Wie ich den Erzählungen entnehmen konnte, ist er jedoch immer noch Erlebnis und Highlight. Wann sieht man aus nächster Nähe einen Gletscher? Ja, das kenne ich, vor allem bei den Stadtkindern, denn hier oben wird Erdkunde zum Anschauungsunterricht: U und V-Tal sowie Muräne und Eis sind noch immer deutlich sichtbar und faszinierend zugleich! Und ich kann es Ihnen versprechen, nicht nur für die Kinder. Nach genialen Ausblicken wanderte die Gruppe wieder nach Grächen, vorbei an 400 Jahren alten Wasserleitungen, die noch immer in Betrieb sind, Meter hohen Ameisenhäufen und unzähligen blühenden Alpenblumen. Bevor aber die Ruhe um mich herum vorbei war, erfrischte man sich die Füße an der Kneippanlage, die unweit von mir angelegt ist.

Und noch mehrere Ausflüge nach Zermatt und Saas-Fee standen auf dem Programm. Die Tage verflogen wie im Fluge und ich kann Ihnen versprechen, ich hatte Spaß mit der Gruppe, denn
auch in und um mich herum konnte man so einiges erleben.

In den so genannten Hobbygruppen wurde gebastelt, gekocht, genagelt, gesägt und gewerkelt.

Kleiner Auszug, was so alles geboten wurde: Traumfänger, Tischkicker, Tetravasen, Fotostorys und gebatikte Kleidungsstücke. Für jeden war etwas dabei und man entdeckte neue, ungeahnte Fähigkeiten bei den Teilnehmern.

Kochen und backen war ein Schlager schlechthin. Selten hatte meine Küche soviel Aufmerksamkeit wie bei dieser Gruppe.

Acht Jungs backten mit der Leiterin Renate mehrere Kuchen! Das war genial und wer wissen möchte wie das Resultat geworden ist, der muss die Teilnehmer fragen, denn ich konnte leider kein Stück ergattern, so schnell wurden die Kuchen verputzt.

Auch so konnte die Gruppe die beiden richtig schlechten Tage überbrücken.

Leider ging die Zeit mit dieser Gruppe viel zu schnell vorüber.

Sie können mir glauben, was man als Chalet so alles erlebt und wie oft man froh ist, wenn wieder Ruhe in den Räumen herrscht, aber nun hatte ich richtig Wehmut, als der letzte Koffer das Haus verlassen hat. Es wurde richtig langweilig, aber ich habe da eine Vorahnung, denn ich hörte wie man bereits für das nächste Jahr Termine vereinbart hat.

Ich kann mich heute nur bei allen Teilnehmernbedanken, für euch war ich gerne Herberge und freue mich auf ein Wiedersehen.

Euer Chalet „zum See“